Dienstag, 3. Februar 2015

Bagels: Schlechte Adaption und trotzdem eine Lösung



Der "Bagel" und ich. Wir lieben und heiß und innig. Das Problem: Wir führen eine Fernbeziehung. Leider wollte er nie auswandern und verbringt sein Leben zwischen Pazifik und Atlantik. Denn der Bagel schmeckt leider, leider, leider... nur Bagel-typisch in den USA... 
Ich habe es oft probiert, Packungen in vielen Geschäften gekauft, natürlich immer wieder selber einen Versuch gebacken. Doch nie ist es dieser ganz spezielle Geschmack. Hat der Gaumen das Original in den USA kennengelernt, ist die Version in Deutschland schlechte Küchen-Adaption. Hier geht es nur ums Aussehen. Ich persönlich mag das Loch in der Mitte, also ist es ok und ich bestelle immer wieder einen Versuch. Es ist eben nur nicht dasselbe. 
Freunde und Familie in den USA werden mir an dieser Stelle ungefragt zustimmen: Brot, das annähernd Qualität made in Germany behaupten kann, ist in den Staaten schwer zu finden. Bagels, mit ihrem eigenen Geschmack - die gibt es in jedem Supermarkt. Die Konsistenz sollte pappig und gleichzeitig fluffig sein, außen leicht gebräunt, ohne richtiger Kruste. 
Wenn mein Bagel-Verlangen mal wieder nach einer Enttäuschung ruft, gehe ich ins Cafecafe oder backe sie selber. Versteht mit nicht falsch: Beide Alternativen schmecken! 
Meine Homemade-Bagels sind dann aber doch mehr Brötchen mit einem Loch. Ihr leicht spezielles Aroma erhalten sie durch ein kurzes Wasserbad mit Zucker und Natron. Es ist zwar nicht dasselbe, aber es schmeckt.
...und irgendwie ist es wie bei Churros. Die schmecken auch nur in einer speziellen Bar in Sevilla. 

Das Rezept:
Einen Hefewürfel mit 400 Ml lauwarmen Wasser und einem TL Zucker verrühren bis sich der Würfel aufgelöst hat. 700 Gramm Weizenmehl (oder 200 Gramm durch Dinkelmehl ersetzen) mit einer Prise Salz und einem El zerlaufener Butter mischen. Die Wasser-Hefe-Mischung dazugeben und zu einem schönen glatten Hefeteig kneten. An einem warmen Ort darf der Teig 30 Minuten gehen. 
Anschließend werden kleine Brötchen mit einem Loch geformt. Bei mir ergeben das immer so acht bis zehn Bagels. Diese werden auf ein bis zwei Backbleche gelegt und wieder mit Butter eingepinselt. Zugedeckt weitere 15 Minuten stehen lassen. In der Zwischenzeit einen Topf mit einem Liter Wasser, 5 Gramm Natron und 40 Gramm Zucker aufkochen lassen. Die Bagels dürfen nach ihrer Pause dort 30 Sekunden von jeder Seite schwimmen. Anschließend raus mit ihnen, abtropfen und zurück aufs Backblech legen. Eiweiß verquirlen, über die Bagels streichen, mit Sesam, Mohn oder wie bei mir mit Leinsamen bestreuen - und ab in den Ofen. Bei 200 Grad Ober- und Unterhitze 15 bis 20 Minuten backen lasse, rausholen und ganz tief einatmen - der Geruch an dieser Stelle macht die "schlechte" Adaption doch wieder gut. 



Das cafecafe bekommt Bagels auch ganz gut hin (Mein Tipp in Köln) 



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